Schon während der Photokina 2008 hat sich gezeigt, dass die vielschichtige Fotografen-Klientel eine Kamera wie die Nikon D90 herbei gesehnt hat. So legt Frank Späth nun auch zu dieser 12,3-Megapixel-DSLR ein umfangreiches Kamerabuch vor.
Wie man es von dem Autor gewohnt ist, werden in den Kapiteln – „Praxis“, „Workshop“, „Objektive“ und „Software“ – sämtliche technischen und gestalterischen Aspekte der digitalen Fotografie mit der Nikon D90 detailliert behandelt.
Im ersten Kapitel geht der Autor auf die elementaren Funktionen und Bedienelemente ein, und erklärt dem Leser die Kamera sozusagen „von innen nach außen“. Dabei werden nicht die einzelnen Knöpfchen der Kamera abgehandelt sondern vielmehr – in Ergänzung zur Bedienungsanleitung – die Vielzahl an Programmierungsmöglichkeiten und 41 Individualfunktionen systematisch nahe gebracht, damit der Fotograf – ob nun Profi oder Anfänger – in der Lage ist häufig und weniger häufig gebrauchte Features voneinander zu unterscheiden und vor allem effektiv einzusetzen. Dabei hilft die kritische Betrachtungsweise des Autors, sie erlaubt dem Leser eine objektive Beurteilung dieser Kamera und zeugt von der fotografischen Fachkompetenz des Nikon-Experten.
Da die Nikon die erste DSLR ist die über eine Video-Funktion verfügt, wird diese natürlich auf Herz und Nieren geprüft, sowie die Möglichkeiten der Videobearbeitung mit Adobe Premiere Elements anschaulich erklärt.
Es wird neben der Erläuterung einzelner Ausstattungsmerkmale, grundlegendes phototechnisches Wissen vermittelt. So erfährt der Leser im Rahmen der Belichtungs-Betriebsarten mehr über den Einfluss von Sensorgröße und Blendenöffnung auf die Schärfentiefe. Oder den optimalen Einsatz der Motivprogramme der Nikon D90. Tipps, zusätzliche Infos und praktische Hinweise, ergänzen den Text des Buches optimal. So kann der Leser z.B. die Funktionsweise des SRS-Motiverkennung-Systems nachlesen ohne im Lesefluss unterbrochen zu werden. Eine didaktisch gute Lösung um ergänzende technische Funktionen einzubringen ohne den Buchtext zu überfrachten.
Im Fotoworkshop erfährt der (angehende) Fotograf wie er das im Praxisteil erworbene Wissen umsetzt um individuelle und aussagekräftige Bilder zu machen. Hier werden die klassischen Foto-Disziplinen – angefangen bei der sensiblen Portrait-Fotografie, bis hin zur statischen Architektur-Fotografie, mit all Ihren charakteristischen Anforderungen behandelt. Die wichtigsten Stichworte sind hervorgehoben und bilden einen roten Faden, so dass man schnell einen Überblick erhält, was bei dem jeweiligen Sujet unbedingt beachtet werden muss.
Da unterschiedliche fotografische Themen nur mit der passenden Optik optimal umgesetzt werden können, folgt ein Kapitel indem der Objektiv-Spezialist Frank Thoma eine umfassende Kaufberatung für die Objektiv-Palette der Nikon D90 liefert. Diese bezieht sich sowohl auf Nikon-Objektive als auch auf Objektive von Fremdherstellern wie Tamron oder Tokina.
Aus digitalen Bildern kann man dank der richtigen Software mehr rausholen, wenn man die Anwendung der Software beherrscht. Auch daran denkt Frank Späth und veranschaulicht im „Software“-Kapitel die Unterschiede zwischen den Nikon eigenen Bildverwaltungs- bzw. Bildbearbeitungsprogrammen und anderen Software-Produkten. Dieses Kapitel könnte daher ruhig etwas umfangreicher sein.





